Drei Fragen an Franz Schnitzenbaumer, Landratskandidat für den Landkreis Miesbach

„Das Landratsamt muss näher an die Menschen“

Franz Schnitzenbaumer setzt auf ein modernisiertes Landratsamt mit kürzeren Wegen und digitalen Prozessen. Entscheidend sei am Ende die Zufriedenheit der Bürger. Politisch verortet er sich klar in der Mitte – und erklärt, warum er nicht bei jeder Demonstration präsent ist.

Von: Redaktion | Veröffentlicht am 18. März 2026

Was ist aus Ihrer Sicht die dringendste Aufgabe für den Landkreis in den kommenden sechs Jahren?

Franz Schnitzenbaumer: Die wichtigste Aufgabe ist aus meiner Sicht die Umgestaltung des Landratsamts. Ich nenne das gern das „Landratsamt der Zukunft“. Der Prozess hat ja schon begonnen – mit dem Neubau, dem Umzug in Großraumbüros und der Einrichtung einer Bürgerservicestelle.

Jetzt geht es darum, das wirklich konsequent auf Bürgerfreundlichkeit und Serviceorientierung auszurichten. Das Landratsamt muss modern und digital aufgestellt sein.

Prozesse müssen einfacher und schneller werden. Die Menschen sollen nicht ewig warten müssen, sondern schneller Kontakt zu einer Sachbearbeiterin oder einem Sachbearbeiter bekommen.

Kurz gesagt: Das Landratsamt muss näher an die Bürgerinnen und Bürger rücken.

Woran würden Sie sich am Ende Ihrer Amtszeit messen lassen wollen?

Franz Schnitzenbaumer: Eigentlich genau daran. Wenn wir es geschafft haben, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder zufrieden mit dem Landratsamt sind.

Das habe ich im Wahlkampf sehr oft gehört – an Infoständen und in Gesprächen: dass viele Menschen im Moment insgesamt nicht zufrieden sind. Und das möchte ich ändern.

Ich wünsche mir, dass das Landratsamt nicht mehr als ein anonymes Amt wahrgenommen wird, das weit weg ist. Sondern dass die Menschen sagen: Das ist unser Landratsamt, das ist für uns da.

Daran würde ich mich messen lassen.

Eine Frage aus der Community: Sie haben sich in öffentlichen Diskussionen klar zur Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit positioniert. Gleichzeitig gab es Irritationen, weil Sie bei einer Demonstration beziehungsweise einem Demokratiefestival in Miesbach nicht anwesend waren. Wie ordnen Sie diese Wahrnehmung ein?

Franz Schnitzenbaumer: Dass ich bei dieser Veranstaltung nicht war, hatte schlicht mit Terminkollisionen zu tun. In solchen Zeiten lässt sich einfach nicht alles wahrnehmen.

Grundsätzlich muss ich aber auch sagen: Ich gehe nicht besonders gerne auf Demonstrationen. Ich habe in der Vergangenheit auch unangenehme Erfahrungen gemacht. Dort wird manchmal härter gesprochen, als ich das persönlich für richtig halte. Man weiß auch nie genau, wer neben einem steht oder mitläuft.

Ich bin aber durch und durch Demokrat. Ich sehe mich politisch eher in der Mitte – vielleicht sogar im eher sozialen, etwas linkeren Flügel der CSU. Alles, was antidemokratisch oder menschenfeindlich ist, muss man in der politischen Arbeit klar zurückweisen.

Mir ist wichtig, dass sich das im konkreten Handeln zeigt. Ein Beispiel ist die Asylunterkunft in Schliersee. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass dieses Projekt ruhig und konstruktiv umgesetzt wird. Dafür habe ich auch deutliche Anfeindungen von rechter Seite bekommen – per E-Mail und in persönlichen Gesprächen.

Am Ende wurde die Unterkunft im Bauausschuss ohne Gegenstimme beschlossen. Gleichzeitig haben wir einen Helferkreis aufgebaut und eine Integrationsbeauftragte eingesetzt, damit das Zusammenleben gut funktioniert.

Für mich zeigt sich demokratische Verantwortung genau darin: Dinge umsetzen und Lösungen finden – nicht nur auf Demonstrationen stehen.

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