Drei Fragen an Frauke Seeler-Öztunali

Im Jennerwein in Dürnbach standen am Montag zwei Spendenboxen: Andreas „Leo“ Forkel sammelt bei seiner Ausstellung für die Uwe-Seeler-Stiftung aus Hamburg, rund 800 Kilometer entfernt. Seeler spielte 1953 bis 1972 nur für den HSV, stand bei vier Weltmeisterschaften auf dem Platz und wurde dreimal Fußballer des Jahres. Ein Angebot von Inter Mailand lehnte er ab und blieb in Hamburg. Wir haben bei Frauke Seeler-Öztunali angerufen, der Tochter des 2022 gestorbenen Fußballers, die die Stiftung heute führt.

Von: Redaktion | Veröffentlicht am 24. September 2026

Frauke Seeler-Öztunali wollte uns erst kein Foto schicken. Wir finden das sehr großartig, dass sie es doch getant hat. Foto: Uwe-Seeler-Stiftung.

Frau Seeler-Öztunali, wem hilft Ihre Stiftung?

Wir machen hauptsächlich Einzelfallhilfe, also helfen einzelnen Personen. Alle Anfragen, Anliegen und Briefe werden bei uns gelesen und bearbeitet.

Und dann helfen wir ganz individuell bedürftigen Menschen. Ob das nun behinderte oder nicht behinderte Menschen sind, jung, alt, Kinder, wir machen alles.

Wenn eine Rentnerin eine neue Brille braucht und es mit der Rente knapp gerechnet ist, dann ist das manchmal einfach nicht drin. So etwas haben wir schon gemacht. Anderes Beispiel: Heizöl. Den Umbau von Behindertenfahrzeugen haben wir bezuschusst, Dreiräder für Behinderte, behindertengerechte Küchen. Oder wenn jemand eine Einrichtung braucht, einen neuen Schrank. Also ganz verschiedene Dinge.

Ihr Vater ist 2022 gestorben. Ist es eine Herausforderung, eine Stiftung mit diesem Namen am Leben zu halten?

Ja, das ist tatsächlich eine Herausforderung, das ist schwierig. In der Phase befinden wir uns gerade. Zumal Stiftungen sowieso Probleme haben. In der Stiftungslandschaft verändert sich gerade etwas. Mit GoFundMe und solchen Sachen wird das alles viel individueller, und Spendenaufrufe kann heute jeder schnell machen.

Da haben, glaube ich, alle Stiftungen Probleme, Spendengelder zu bekommen. Dazu kommt die Zinslandschaft, für Einlagen bekommt man ja auch nicht mehr viel. Ich glaube, alle Stiftungen knapsen im Moment.

Es gibt eine wahnsinnige Auswahl an Stiftungen, und alle haben ihre Berechtigung, aber wir teilen uns natürlich alle einen Kuchen. Und der Kuchen schrumpft, das Leben ist für alle teurer geworden.

Wir bemühen uns trotzdem. Wenn wir finanziell nicht helfen können, helfen wir auch mal am Telefon, mit Rat und Tat und Tipps, wo sich jemand sonst Hilfe holen könnte.

Einzelfallhilfe machen nicht viele Stiftungen, weil sie aufwendig ist. Wir müssen die Bedürftigkeit prüfen, die Menschen müssen Selbstauskunft geben. Einfacher ist es, ein Projekt zu unterstützen, das prüft man einmal und kann dann immer wieder Geld hineingeben. Bei uns ist jeder einzelne Antrag ein immenser Aufwand. Und wir müssen leider auch absagen.

Wie kam der Kontakt nach Tegernsee zustande, 800 Kilometer entfernt?

Herr Forkel ist uns mal in den Schoß gefallen. Ich glaube, er wollte für seine Kunstsammlung eine Unterschrift von meinem Papa unter einem Bild haben. Er hatte ja ein Bild.

Und irgendwie hat sich das dann so entwickelt. Er ist ja auch ein sehr netter Typ. Dann hat er uns im Laufe der Jahre immer wieder bedacht, auch mit Spenden. So ist diese nette Verbindung entstanden.

Leider haben wir davon nicht viele, die eine Spendenbox für uns aufstellen. Das können gerne mehr sein.

Mehr über die Uwe-Seeler-Stifung findet ihr hier.

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