Drei Fragen an Rebecca Niehues-Paas über Zero-Kunst, Mut – und warum Farbe wichtig ist
Zero-Kunst gilt als kühl, reduziert, streng. Die Galeristin Rebecca Niehues-Paas hält dagegen – mit Farbe, Emotion und einem offenen Zugang. Warum gerade das viele Menschen erreicht, erzählt sie im Interview.
Von: Redaktion| Veröffentlicht am 27. März 2026

Deine Ausstellung läuft parallel zur großen Zero-Schau im Olaf-Gulbransson-Museum in Tegernsee. Wie kam es zu dieser Idee?
Die Galerie gibt es jetzt seit knapp fünf Jahren, und ich bin sehr gut mit Michael Beck befreundet. Als er mir erzählt hat, dass sie diese große Zero-Ausstellung im Museum planen, hatte ich ganz spontan die Idee, hier parallel etwas zu zeigen.
Natürlich nicht in der gleichen Größenordnung oder über die gesamte Laufzeit, aber zumindest für ein paar Monate. Die Herausforderung war eher, auf diese relativ kurze Zeit genügend interessante Exponate zu bekommen.
Da ich aber seit über 40 Jahren als Sammlerin mit Galeristen und Kunsthändlern in Kontakt bin, habe ich einfach angefangen zu telefonieren – und konnte tatsächlich einige sehr gute Arbeiten aktivieren, unter anderem auch über die Otto-Piene-Foundation.
Was unterscheidet Deine Ausstellung von der im Museum?
Im Museum ist das Ganze sehr stark auf die klassischen Materialien fokussiert, viel Metall – das ist absolut richtig und beeindruckend umgesetzt.
Bei mir ist es immer ein bisschen anders, weil ich auch die Farblichkeit mit reinbringen möchte. Das gehört zu meinem Ansatz – „Find your happiness in art“. Ich möchte, dass die Menschen nicht nur verstehen, sondern auch emotional einen Zugang finden.
Deshalb zeige ich zwar hauptsächlich Werke von Piene, Mack und Uecker, aber ergänze das bewusst mit zeitgenössischen Positionen. Das bringt eine andere Ebene rein und macht die Ausstellung offener.
Du zeigst hier teilweise sehr anspruchsvolle und hochpreisige Werke. Wie wird das vom Publikum aufgenommen?
Erstaunlich gut. Ich habe mich da schon ein Stück weit aus meiner Komfortzone bewegt, weil diese Kunst nicht unbedingt sofort zugänglich ist.
Das ist nichts, was man auf den ersten Blick versteht. Viele fragen sich ja: Warum kostet so ein Werk über 50.000 Euro? Das erschließt sich nicht sofort.
Aber genau das war der Reiz. Und die Resonanz war wirklich sehr positiv. Die Vernissage war gut besucht, es kommen ganz unterschiedliche Menschen – auch viele, die keine klassischen Sammler sind.
Mir ist wichtig, dass hier Begegnung entsteht. Dass Menschen ins Gespräch kommen, sich austauschen. Gerade weil wir hier nicht in einer klassischen Lage sind, müssen die Leute uns bewusst finden. Und dafür sind solche Ausstellungen einfach extrem wichtig.
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