30 Jahre Wallberg-Panorama-Restaurant – ein Gipfelgespräch über Vergangenheit, Zukunft und Höhenluft
Nach 30 Jahren verabschieden sich Utta und Rainer Schönhöfer vom Wallberg-Panoramarestaurant – und mit ihnen geht ein Stück gelebte Berggeschichte voller Leidenschaft, Humor und unzähliger Geschichten vom Gipfel.
Von: Redaktion | Veröffentlicht am 7. November 2025

Drei Jahrzehnte lang standen Utta und Rainer Schönhöfer oben auf dem Wallberg, als Wirtsleute, Gastgeber, manchmal auch als Bergretter. Nun verabschiedet sich das Paar vom Panoramarestaurant – und mit ihnen geht ein Stück Berggeschichte.
„Wir hatten mindestens 30 Prozent Stammgäste, da sind über die Jahre echte Freundschaften entstanden“, sagt Rainer Schönhöfer. Schon während der Corona-Zeit habe er eine „Probe fürs Aufhören“ erlebt. „Sieben Monate geschlossen – und uns war keinen Tag langweilig.“ Damals zahlte er sein Team weiter, zu hundert Prozent. „Nach 30 Jahren muss man auch mal für die Leute da sein“, sagt er schlicht.
Hilf mit, guten Journalismus im Tal möglich zu machenDie beiden haben in diesen Jahren viel erlebt: Rodler, die an Silvester in nassen Schneehosen hereinstürmten, während drinnen die Band für den Fünf-Gänge-Ball aufspielte. 3000 Menschen am Hang, Comedy-Abende, Krimi-Lesungen und Nächte, die weit nach Mitternacht endeten. „Wir haben schon viele Sachen erlebt“, sagt Schönhöfer. „Einmal haben wir zwei völlig durchnässte Geburtstagsgäste aufgenommen, die sich im Schneesturm verlaufen hatten – zehn Jahre später standen sie wieder in der Tür, mit einer Flasche Tequila.“
House-Party auf dem Wallberg?
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Auch Geschichten vom Berg bleiben in Erinnerung: „Einmal ist einer mit den Skiern gestürzt und hat sich den Haxn gebrochen. Wir haben ihn mit dem Akja runtergezogen, bei minus 20 Grad. Zehn Jahre später steht er in meiner Küche, 40 Kilo leichter, und sagt: ‚Schau mich an – du hast mich damals raufgezogen.‘“
Dass es auf dem Berg auch Reibung geben kann, wissen sie – doch mit den Wallbergbahnen war die Zusammenarbeit harmonisch. Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin der Wallbergbahnen, brachte es bei der kleinen Abschiedsfeier auf den Punkt:
„Am Berg ist nicht immer alles einfach – weder mit der Bahn noch mit dem Restaurant. Aber ihr habt das mit Herz und Leidenschaft ausgefüllt. Die Küche war bekannt, die Atmosphäre besonders. Ihr habt das Haus geprägt.“
Zum Dank überreichte sie zusammen mit dem Geschäftsführer der Wallbergbahn den Schönhöfers ein Ehrenticket für lebenslange Fahrten mit der Wallbergbahn. Ein symbolisches Geschenk für 30 Jahre Zusammenarbeit ohne Streit. „Ich musste selten raufkommen, weil alles so gut lief“, sagte ein langjähriger Kollege.
Heute blicken beide mit Stolz zurück – und ein wenig Wehmut. „Wahrscheinlich gehen mir die Stammgäste am meisten ab“, meint Rainer Schönhöfer. „Die, die jede Woche da waren – manchmal sogar nur für einen Kaffee und einen Ratsch.“
Und auch der Berg wird fehlen. „Ich bin ja oft schon um fünf raufgefahren, hab meine Kuchen gebacken, Kaiserschmarrn vorbereitet – das war meine schönste Zeit. Die Ruhe, bevor der Tag losgeht.“
Mit den Schönhöfers geht ein Stück echtes Wallberggefühl: unaufgeregt, herzlich, traditionsbewusst – und mit einem Augenzwinkern selbst nach 30 Jahren Dauerlauf im Dienst der Gäste.
Ab dem 6. Dezember übernimmt eine neue Pächterfamilie. Die hat schon für etwas Wirbel im Tal gesorgt, nachdem sie wieder vermehrt Events am Berg starten wollen. Stein des Anstoßes? Eine erste House-Techno-Party im neuen Jahr. Sie entzürnen die Gemeinde Rottach-Egern und viele Naturschutzverbände im Tal.