Drei Fragen an Gisela Hölscher – Bürgermeisterkandidatin für Waakirchen
Seit 18 Jahren im Gemeinderat, seit sechs Jahren im Kreistag – nun kandidiert Gisela Hölscher (FW) für das Bürgermeisteramt in Waakirchen. Warum sie glaubt, dass Erfahrung, Prioritäten und Bürgernähe jetzt entscheidend sind.
Von: Redaktion | Veröffentlicht am 19. Januar 2026

Du kandidierst für das Amt der Bürgermeisterin in Waakirchen. Warum sollten wir dich wählen?
Die Liebe zu meiner Heimat, die nötige Erfahrung und auch die Fähigkeit, richtig mit Fehlern umzugehen, sind beste Voraussetzungen, um dieses Amt sehr gut auszufüllen. Ich bin seit 18 Jahren Gemeinderätin, seit sechs Jahren Kreisrätin, aktiv in allen wichtigen Ausschüssen in Gemeinde und Kreis und weiß, wie Verwaltung, Gemeinderat und politische Prozesse funktionieren sollen.
Dieser Artikel ist frei zugänglich, weil demokratische Teilhabe wichtig ist. Wenn du unsere unabhängige Arbeit unterstützen willst, findest du hier das Abo.Wichtig ist mir bei wichtigen Entscheidungen, die Bürger mitzunehmen. Kommunalpolitik bedeutet für mich, Strukturen neu und modern zu gestalten, dass sie den Alltag der Bürgerinnen und Bürger wirklich verbessern.
Waakirchen steht gleichzeitig vor mehreren großen Vorhaben: dem Rathausneubau, dem Gasthof in Schaftlach und verschiedenen Wohnbauprojekten. Wo würdest du Prioritäten setzen – und was würdest du im Zweifel anders angehen als der amtierende Bürgermeister?
Es wurde einfach zu viel auf einmal begonnen. Ich würde eine klare Priorisierung vornehmen. Es ist wichtig, die Finanzen genau im Blick zu behalten und auch das Kommunalunternehmen nicht zu überlasten und die Projekte auf den Prüfstand zu stellen.
Man muss sich ehrlich fragen, was jetzt wirklich dran ist und was man vielleicht besser verschiebt oder auch sogar aufgibt. Mir ist wichtig, Projekte sauber zu strukturieren und Schritt für Schritt anzugehen, statt alles parallel zu starten und dabei unnötige Risiken einzugehen.
Im Tegernseer Tal gibt es bislang keine Erste Bürgermeisterin. Was braucht es deiner Meinung nach, damit sich mehr Frauen für kommunalpolitische Verantwortung entscheiden – und auch den Schritt an die Spitze einer Gemeinde wagen?
Ich glaube, es braucht Frauen, die den ersten Schritt machen und sich hinstellen – so wie ich es jetzt tue. Wenn man sich die Vereine, Helferkreise oder das Ehrenamt anschaut, sind dort sehr viele Frauen aktiv. Aber dort, wo es um echte Verantwortung in den Kommunen geht, sind sie deutlich unterrepräsentiert.
Und da muss man Frauen wirklich ermutigen, sich aufzustellen – so wie es zum Beispiel auch Initiativen wie Bavaria Ruft vormachen.
Dafür müssen aber auch die Rahmenbedingungen passen: Sitzungen müssen gut organisiert und zeitlich begrenzt sein, Unterlagen ordentlich und möglichst digital vorbereitet. Politik darf nicht bedeuten, dass man bis spät in die Nacht in endlosen Sitzungen sitzt. Wenn Politik so organisiert ist, dass sie mit Familie und Beruf vereinbar ist, dann trauen sich auch mehr Frauen, diesen Schritt zu gehen.
Danke für deine Zeit!