Drei Fragen an Kathleen Beutmann, Hüttenwirtin Guffert-Hütte


Mit 25 übernahm Kathleen Beutmann die Gufferhütte–  heute kämpft sie mit Wassermangel, Personalsorgen und einem Alltag ohne freie Wochenenden. Im Gespräch erzählt die Hüttenwirtin, warum ein wasserloses Urinal plötzlich wichtig wird, wie man eine Hütte durch trockene Sommer bringt und weshalb eine warme Dusche im Tal zum Luxus geworden ist.

Von: Redaktion| Veröffentlicht am 04. Juni 2026

Vor zwei Jahren habt ihr zum ersten Mal kein Wasser mehr gehabt. Was passiert auf einer Berghütte, wenn der Tank leerläuft?

Wir haben einen Hochbehälter hinter dem Haus, da passen 30 Kubik rein. Als die alle waren – Spülen, Duschen, alles – mussten wir Wasser anliefern lassen, relativ kurzfristig. Unsere offizielle Quelle tröpfelt seit Jahrzehnten nur noch so dahin, die trägt die Hütte allein nicht mehr. Wir haben Glück, dass wir uns Wasser von der Rossalm unten mit hochpumpen können – ohne das hätten wir schon längst kein Wasser mehr im Sommer. Wir haben jetzt ein wasserloses Urinal eingebaut. Klingt nach einer Kleinigkeit. Aber das sind ein paar hundert Liter am Tag.

Du hast die Hütte mit 25 übernommen, ohne Partner, ohne Familie. Was war der entscheidende Moment?

Das hat sich in diesem Sommer so entwickelt. Ich hab eigentlich was für die Semesterferien gesucht, wollte Abstand von der Stadt. Und dann stand auf einmal eine Chance im Raum, die ich vielleicht nicht nochmal kriege – gerade nicht mit Mitte 20. Ich hab mir gedacht: mehr als nach einem Sommer sagen, es geht nicht, kann ja nicht passieren. Und bisher hab ich’s nicht bereut.

Freie Wochenenden gibt es nicht. Wie schaltest du trotzdem ab?

Seit zwei Jahren hab ich eine kleine Wohnung in Maurach unten, am Achensee. Wenn das Team eingespielt ist, fahr ich Sonntagabend runter. Dann hab ich den Abend für mich: eine warme Dusche, ganz ausgiebig. Inline fahren am See. Manchmal einfach in den See springen. Früh morgens ausgeschlafen mit dem Einkauf wieder hoch. Das klingt nach nichts – aber für mich ist das alles. Und das Schönste: ich weiß mittlerweile, dass es oben auch ohne mich funktioniert. Das hat am Anfang lange gedauert.

Hintergrund:
Die Gufferhütte liegt auf etwa 1.475 Metern im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern, unterhalb des Guffert. und ist ein beliebter Stützpunkt für Wanderer, Mountainbiker und Familie

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