Drei Fragen an Lukas Donner, Geschäftsführer Oberlab Gmund­

Ein Ort, an dem aus Neugier Können wird – und aus Ideen Realität. Das ist das Fablab Oberland. In Gmund passiert etwas, das im Alltag oft fehlt: Raum zum Ausprobieren, Scheitern und Weiterkommen. Junge Menschen lernen, Dinge selbst zu bauen – und vor allem, sich selbst etwas zuzutrauen. Tegernsee Weekly hat sich angeschaut, wie das Oberlab funktioniert und warum es mehr ist als eine offene Werkstatt …

Von: Redaktion| Veröffentlicht am 30. April 2026

Doppel-Oberlab: Geschäftsführer Lukas Donner posiert für die Spielwiese der Möglichkeiten.

Was ist das Oberlab — und worum geht’s dir dabei?

Lukas Donner: Eine Spielwiese der Möglichkeiten. Du kannst herkommen, ohne Ahnung von 3D-Druck oder Lasercutting zu haben, und es Stück für Stück lernen — mit Unterstützung der Ehrenamtlichen. Cool, sich selbst etwas bauen zu können, klar. Aber viel faszinierender finde ich dieses Möglichmachen, dieses Sich-selbst-Befähigen. Junge Menschen kommen her, die etwas erst nicht können, sagen: Ich würde das gerne lernen. Am Ende erleben sie: Hey, ich kann es selbst wirklich werden lassen, wenn ich da Bock drauf habe. Das kommt im normalen Schulalltag oft zu kurz — ist aber super elementar, fürs Leben, für die Lebensausrichtung, fürs Selbstwertgefühl.

Wo hakt’s im System?

Lukas Donner: Material auftreiben ist nicht so schwierig. Wenn ich sage: Wir sind eine offene Werkstatt, gemeinnützig, die Öffentlichkeit kann das nutzen — dann findet man erstaunlich schnell Töpfe. Viel schwieriger sind Personalkosten, also kontinuierlich laufende Kosten. Manchen Stiftungen ist das nicht ganz klar: Man kann zwar ein tolles Projekt ins Leben rufen — aber wenn es keine Menschen gibt, die das tun, die das bespielen, dann ist es halt auch wieder vorbei. Es gibt immer wieder Ausschreibungen, die super toll klingen, und am Ende heißt es: Wir fördern nur 10 Prozent Personalkosten — und das Ding muss aber langfristig laufen, auch wenn wir nicht mehr finanzieren.“

Was fehlt euch aus dem Tal?

Lukas Donner: Im Tegernseer Tal haben wir bisher gar keine starken Partner — finanziell läuft hier fast nichts. Dabei ist die Rechnung simpel: Ein Hackday an einer Schule kostet etwa 10.000 Euro — drei Tage, eine ganze Klasse plus Eltern eingebunden, das Ergebnis am Ende ausgestellt. Wenn ich vier mittelständische Unternehmen im Landkreis oder im Oberland finde, die sagen: Ja, wir machen einzelne Aktionen mit euch pro Jahr — das würde schon viel verändern. Hier ist ja eigentlich genug, es ist nicht das Hinterland hinter Berlin. Du musst nur die richtigen Menschen treffen. Alle, denen Nachwuchsförderung im MINT-Bereich ein Anliegen ist, dürfen gerne auf uns zukommen.

Danke für das Gespräch!

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