Drei Fragen an den SPD-Bürgermeister Thomas Acher
Frischer Wind für Miesbach? SPD-Kandidat Thomas Acher hat es geschafft und in einem Kopf-an-Kopf-Rennen den Amtsinhaber hintersichgelassen.
Von: Julia Jäckel | Veröffentlicht am 13. März 2026 | aktualisiert am 23. März 2026

TW: Viele erleben die SPD derzeit als müde oder orientierungslos. Jetzt gehst Du als SPD-Bürgermeisterkandidat in die Stichwahl. Warum glaubst Du, dass das hier funktionieren kann?
Thomas Acher: Ich würde das gar nicht so stark auf die SPD beziehen. Ich bin gerne bei der SPD, weil ich glaube, dass die sozialdemokratische Idee richtig ist – dass man von seiner Arbeit leben kann und eine vernünftige Wohnsituation vorfindet.
Aber ich bin kein Ideologe. Bei Kommunalwahlen ist die Partei nicht das Wichtigste. Entscheidend ist, wer bereit ist, pragmatisch etwas zu bewegen.
Wenn man sich anschaut, wer sich dafür entschieden hat, im Landkreis Miesbach für die SPD anzutreten, da sieht man, das sind Leute, die pragmatisch sind. Die was bewegen wollen. Das sind junge Kandidaten für die Bürgermeisterämter in Weyarn, in Valley oder eben in Miesbach. Wir wollen frischen Wind reinbringen – unabhängig von der Parteilinie auf Landes- oder Bundesebene.
TW: Begegnen Dir auch Vorurteile, weil Du einige Jahre nicht hier warst und keine Stadtratserfahrung hast?
Thomas Acher: Natürlich war ich einige Jahre weg. Aber ich habe immer interessiert auf die Stadt geschaut und verfolgt, wie sich die Kommunalpolitik entwickelt. Inzwischen wohne ich auch schon wieder sieben Jahre in Miesbach. Es ist immer noch eine großartige Stadt, um hier aufzuwachsen und Kinder großzuziehen.
Aber ich sehe auch, dass viel Potenzial liegen bleibt. Ich würde gerne meine Erfahrungen aus der Zeit, wo ich nicht in Miesbach gelebt habe, nach Miesbach bringen, um das eine oder andere zu bewegen und einen frischen Blick reinzubringen.
TW: Bezahlbares Wohnen ist seit Jahren ein Thema in Miesbach. Was würdest Du konkret anders machen?
Thomas Acher: Bezahlbares Wohnen hat viele unterschiedliche Facetten. Je nach Lebenssituation brauchen die Bürgerinnen und Bürger andere Angebote. In Miesbach sind gerade 77 Wohnungen Am Geschwendt mit Sozialbindung entstanden – ein gutes Projekt, aber leider das einzige in den letzten 30 Jahren.
Ich würde gerne direkt das nächste Projekt auf den Weg bringen, damit daraus eine Verstetigung wird. Gleichzeitig brauchen wir Angebote für Familien, die hier Wurzeln schlagen wollen, zum Beispiel wieder ein Einheimischenprogramm – möglichst auf Erbpacht.
Man sieht auch andere Kommunen hier im Umkreis, wie die mit dem Thema bezahlbares Wohnen umgehen. Wenn man nach Bad Wiessee schaut, was Robert Kühn dort mit dem Kommunalunternehmen macht, oder auch nach Waakirchen, dann würde ich Miesbach gerne in die Richtung bewegen, dass es auch ein Kommunalunternehmen gibt, das sich dem Thema Wohnen annimmt.
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