Drei Fragen an Thomas Tomaschek

Thomas Tomaschek will Landrat werden: Der 50-jährige Familienvater und Vorsitzende des Ortsverbands der Grünen Tegernseer Tal über seine Ziele, seine Haltung – und darüber, was sich im Landkreis ändern muss.

Auf einen Kaffee mit Landratskandidat Thomas. Foto: Julia Jäckel

Warum willst du Landrat werden – und warum jetzt?
Was treibt dich persönlich an, dieses Amt zu übernehmen, und welchen Punkt siehst du erreicht, an dem der Landkreis eine neue Richtung braucht?

Unser Landkreis liegt mir sehr am Herzen. Ich bringe jahrelange Erfahrung in der Kommunalpolitik auf Gemeinde- und Kreisebene mit und möchte dieses Wissen jetzt noch stärker einbringen, um unseren Landkreis verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Als Teamplayer kann ich zuhören und verbinden, aber ich kann auch Steuermann sein, klare Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen – denn es braucht Führung, um eine 500-Personen-Behörde verlässlich zu leiten.

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Es reicht nicht nur zu verwalten und den Status quo zu halten. Wir stehen vor großen Herausforderungen beim Tourismus, beim Bauen und Wohnen, in der Arbeitswelt, im Verkehr und im Landschaftsschutz. Hier müssen wir anpacken und fit werden für die Zukunft.

Mit 50 Jahren fühle ich mich erfahren, belastbar und motiviert genug für diese große Aufgabe. Ich spüre, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kommunen die Weichen für die Zukunft zu stellen. Und ganz ehrlich: Ich habe große Lust auf diese Aufgabe.

Was hättest du in den vergangenen Jahren anders gemacht als Olaf von Löwis?

Mein Ziel ist ein lebens- und liebenswerter Landkreis, der wirtschaftlich stark, finanziell solide und nachhaltig aufgestellt ist und sich konsequent um die Menschen, die Natur und die kommenden Herausforderungen kümmert.

Ich will eine klientelfreie Politik mit Gleichbehandlung vor allem beim Thema Bauen. Wenn ich mich im Landkreis umsehe, wird unsere Bautradition oft vergessen und es entstehen Gebäude und Viertel, durch die wir unser Gesicht verlieren. Das schadet am Ende allen, auch dem Tourismus.

Konflikte will ich kraftvoll angehen und lösen, denn es wird sie immer geben. Man denke nur an die Saurüsselalm oder das Thema Wildfütterung. Dazu braucht es Durchsetzungskraft, aber auch Fingerspitzengefühl, Herz, Vernunft und die Fähigkeit tragfähige Kompromisse zu finden. Als Landrat ist man für alle da, auch wenn man es am Ende nie allen recht machen kann.

Was ist aus deiner Sicht die dringendste Baustelle im Landkreis Miesbach – und was würdest du dort als Erstes anstoßen?

Wenn ich Landrat wäre, würde ich als Erstes jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter persönlich kennenlernen. Denn nur als starkes Team können wir die Herausforderungen eines Landkreises erfolgreich bewältigen. Aber dann geht es gleich an die Arbeit:

Im Landkreis Miesbach wird Wohnen für viele unerschwinglich. Junge Familien und Arbeitende in gesuchten Berufen wie etwa Pflegekräfte und Erzieherinnen können sich kein Zuhause mehr leisten. Mein Ziel: Wohnen muss für alle bezahlbar bleiben und dazu braucht es kluge Lösungen: Nachverdichtung, Nutzung vorhandener Flächen, Auflösung von Leerstand, Förderung von Genossenschaften und kommunalem Wohnbau.

Mobilität im Landkreis Miesbach entscheidet über Chancen und bedeutet Teilhabe: Ob Azubi ohne Auto, ältere Menschen oder Eltern, die Job und Familie vereinbaren müssen – mein Ziel ist eine Mobilität, die alle erreicht. Wir brauchen mehr und zuverlässige Busse, flexible On-Demand-Angebote wie z.B. Ortsbusse, und sichere Wege für Radfahrer und Fußgänger.

Tourismus ist ein Gewinn, aber auch eine Belastung. Unsere Region soll für Gäste attraktiv bleiben, ohne die Lebensqualität der Einheimischen zu gefährden. Ich setze auf weniger Massentourismus und mehr respektvolle, langfristige Aufenthalte. Mit klarer Besucherlenkung, intelligenter Mobilität und dem Schutz unserer Natur und Kultur schaffen wir einen nachhaltigen Tourismus.

Unser Schatz sind wunderbare Menschen, eine tiefe Tradition und die großartige Landschaft unseres Landkreises. Ich will die Menschen unterstützen, Tradition und Innovation kombinieren und unsere Landschaft schützen.

Vielen Dank für deine Zeit.