Hoppe Bräu: Die Idee hinter der Zapferei
Mittwoch ist Burger-Tag, am Wochenende gibt es Schweinebraten vom Stroh-Schwein. Dafür fährt mancher Münchner extra nach Waakirchen. Was macht Markus Hoppe anders? Ein Besuch in der Zapferei, wo bayerisches Kulturgut neu gedacht wird.
Veröffentlicht am 1. März 2026 | Wörter: 760 | Lesezeit: 3 Minuten | Bezahlte Kooperation

Mittwochabend in der Zapferei. An der Bar drängen sich die Leut: Ob Anzug, Hoodie oder Dirndl – alles dabei. Mit jedem Gast, der zur Tür reinkommt, schwappt eine Nase Frühling herein.
In der Hoppe-Küche wird gebraten, nicht aufgewärmt. Jeder Burger ist handgemacht. Verarbeitet wird frisches Hackfleisch vom Thomahof aus Königsdorf. Ums Patty herum schmiegen sich flauschige Brioche-Buns. Die backt die Familienbäckerei Meier’s aus Reichersbeuern.
Gibt es hier eigentlich ein Pub?
Die Zapferei beantwortet zwei Fragen im Tegernseer Tal: Wo gibt es ein echtes Pub? Und wo einen ehrlichen Schweinebraten?
Erfunden hat diesen Ort Markus Hoppe – Garagenbrauer der ersten Stunde. Denn 2010 begann alles in der elterlichen Garage in Waakirchen, heute produziert Hoppe Bräu knapp 10.000 Hektoliter im Jahr.
Bei Hoppe wird nicht nur Bier verkauft. Hier wird bayerisches Kulturgut neu gedacht: weniger Grantlertum, mehr Gelassenheit. Nachhaltiges vom Bio-Hof statt Eimerware aus dem Großhandel.
Markus erscheint im dunklen Kapuzenpulli mit Hoppe-Logo. Grantlig? Kein bisschen. Wo andere hudeln, nimmt er sich Zeit. Fürs Bier. Für Gäste. Für Details.
Vogelwuid, Fuchsteufelswuid oder auch „ruhige Kugel“ heißen seine Bier-Schöpfungen – von sehr stark (IPA) bis sehr nüchtern (alkoholfrei) ist alles dabei.
Begegnungsstätte statt Wirtshaus
Die Zapferei ist weder ein klassisches Wirtshaus noch ein reines Pub. Markus nennt sie „Begegnungsstätte“. 80 Gäste finden hier Platz. Vom Charakter her eine Stube, vom Barhocker-Feeling ein lässiges Pub.
Familien, Feiernde, Vereinsstammtische, Hochzeiten, Beerdigungen – alles kommt hier zusammen. „Das ursprünglichste Social Media, das es gibt“, sagt Markus.

Food kommt hier nur nachhaltig und regional auf den Teller. „Bloß kein Convenience-Zeug“, betont er. Im Sommer kommt ein Biergarten mit etwa 130 Sitzplätzen dazu.
Burger und Crispy Chicken, die Münchner nach Waakirchen holen
Burger gibt es nur mittwochs und donnerstags. Dafür reisen Gäste extra aus München nach Waakirchen an. Ein weiteres Must-Have auf der Karte ist das Crispy Chicken: Geflügel von der Familie Eberhardner bei Holzkirchen. Hühnerbrüste händisch geschnitten, 24 Stunden eingelegt, paniert, dann frittiert. Serviert wird das knusprige Huhn mit gemischtem Salat und Pommes.
Obacht! Das Schwein für den Wochenend-Schweinebraten ist ein regionales Strohschwein von der Metzgerei Killer. „Der People Pleaser“, sagt Hoppe.
Unternehmertum ohne Großstadt-Allüren
Mit 19 startete Markus Hoppe in die Ausbildung, gründete mit 22 ein Kleingewerbe, mit 27 dann eine GmbH. Die Zapferei eröffnete er mit 29. Das Ziel: das verstaubte Bier-Image aufbrechen. Tradition behalten, aber modern denken.
Waakirchen liegt für ihn nicht irgendwo. Es ist das „Tor zum Tegernsee“. Verwurzelt zwischen Bad Tölz und Tal – ein Knotenpunkt.
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