Murmeltier. Ist Katze. Ist Bär. Ist Affe.

Am Tegernsee trägt das Alpenmurmeltier erstaunliche Spitznamen – und bringt manchmal sogar ganze Haushalte durcheinander.

Von: Yvonne Aschoff | Veröffentlicht am 25. November 2025

Mogst schmusn? Foto: Niklas Jeromin | Pexels


Wusstet ihr, dass wir es beim Murmeltier auch mit Katze, Bär und Affe zu tun haben? Ne? Doch! Jägerlatein und Wildtiersprech sagt Murmeltier-Frau ist eine Katze (na klar!).

Murmeltier-Mann ist ein Bär (best case!) und Murmeltier-Kind ist ein Affe (ach was!). Na sei’s drum.

Marmota marmota wird’s gleich sein wie wir es nennen, während es auf seinem Spähposten am Berg hockt und vielleicht überlegt, wie er die in Entfernung vorbeikeuchenden Zweibeiner bezeichnen soll.

Deren allzu aufdringliches Näherkommen wird genauso mit dem charakteristisch schrillen Warnpfiff quittiert, wie das seiner natürlichen Feinde Adler oder Fuchs (nö, Bär nicht, das sind wir selber!).

In den höheren Lagen rund um den Tegernsee – etwa bei Kreuth, an der Rotwand oder am Wallberg, kann man mit etwas Glück die possierlichen Bergbewohner beobachten.

Das Murmeltier lebt im bayerischen Alpenraum übrigens in lückig verbreiteten Kolonien oberhalb der Baumgrenze, bevorzugt offene Magerwiesen, Geröll- und Blockfelder sowie sonnige, gutdrainierte Hänge von der subalpinen bis zur alpinen Stufe (etwa 2.500 m), wo es weite Sicht genießt und seine weitverzweigten Erdbauten anlegen kann.

In Bayern gilt das Murmeltier zwar als nicht gefährdet und ist ganzjährig geschont, doch sein Lebensraum ist trotzdem nicht mehr safe: Steigende Temperaturen, kürzere Schneeperioden und touristischer Druck beeinflussen den Winterschlaf – da kann man schon mal bisschen meschugge werden und nicht mehr wissen, wo einem der Kopf steht…

Wie im Fall des jungen Affen, der sich heuer im Frühjahr aus den Bergen in eine Erdgeschosswohnung in Kreuth vorwagte.

Da hatte sich die Bewohnerin gewundert, dass ihre Katze (im Sinne von Katze, also miau) plötzlich begann, Topfpflanzen umzustoßen (was Katzen, wie wir wissen, zum Zeitvertreib ja durchaus spaßig finden können). War aber nicht die Katze.

War ein Affe. Also Murmeltier-Affe. Ein Youngster, der zu weit über den heimatlichen Tellerrand geschaut hatte.

Nach kurzem Abenteuer und dankbarem Medienecho brachte die Feuerwehr den süßen Kleinen zurück in sein Revier und die Katze wurde nicht mehr zu Unrecht verdächtigt.

Ob der Affe jetzt schon ein Bär ist?