Drei Fragen an
Sabine Eva Meier lebt am Tegernsee – und schreibt dort ihre Krimis. Ihren ersten Roman verdankt sie einer geplatzten Freundinnenreise; mittlerweile hat sie fünf Bücher, darunter den Tegernsee-Krimi „Schuld und Schweigen“, rausgebracht. Ihr Stil: Spannung mit Humor, fest verwurzelt in der Region – Feelgood-Krimi nennt sie es selbst. Jetzt organisiert sie zusammen mit Alfons Besel, Bürgermeister aus Gmund und Johann Strasser, Kulturreferent, das erste Literaturfestival am See.
Von: Redaktion| Veröffentlicht am 02. Juli 2026

Im November startet das erste Gmunder Literaturfestival. Worum geht es?
Ich bin in einem literarischen Arbeitskreis mit dem Gmunder Bürgermeister, Alfons Besel, und dem Kulturreferenten, Johann Strasser. Und wir organisieren jetzt im November das erste Gmunder Literaturfestival.
Der Überbegriff ist die Faszination Tegernsee – hier haben ja wahnsinnig viele Schriftsteller gelebt oder über den Tegernsee geschrieben, und dem wollen wir auf die Spur gehen. Anfangen tun wir mit dem Regionalkrimi. Geplant sind sechs Lesungen, von Donnerstag bis Dienstag, im Jagerhaus und im Blyb.
Dazu eine Podiumsdiskussion und eine Ausstellung im Jagerhaus – von der Papierherstellung übers Buchbinden und den Druck bis zum fertigen Buch, vor allem für Schulen gedacht. Das Festival soll jedes Jahr stattfinden, mit wechselnden Genres – die Faszination Tegernsee bleibt der rote Faden.
Sie machen auch Lesungen mit 3D-Brillen. Wie kommt man auf so etwas?
Das ist eine Zusammenarbeit mit „Senior-Vision“. Den Vorstand kenne ich schon länger über den Kampfsport, und der hat immer erzählt, was er da plant.
Er stellt eine 3D-Kamera auf einen Platz – Marienplatz, Markusplatz in Venedig – und wer die Brille aufhat, steht auf einmal wieder da, wo er vielleicht vor 40 Jahren mit seiner Frau gestanden ist. Vor allem für Demenzpatienten, die oft in der Vergangenheit leben, ist das ein Anknüpfungspunkt: mei, da war ich schon mal.
Das hat mich wahnsinnig fasziniert – und da haben wir gedacht, sowas kann man doch auch literarisch verarbeiten. Wir haben jetzt sieben, acht Schauplätze aus dem Krimi „Schuld und Schweigen“ aufgenommen: den Tatort natürlich, die Schlosskirche, das Bräustüberl am Bucherhang, wo mein Kommissar wohnt. Ich lese vorher, danach bekommen die Leute die Brille – und stehen auf einmal mittendrin.
Der Krimi läuft, es gibt Hörbuch, Blindenschrift, sogar Verfilmungspläne. Woher nehmen Sie die Stoffe – und kann man davon leben?
Ich hab nicht damit gerechnet, dass das so eine Fahrt aufnimmt. Nach einem Monat hat mich schon ein Blindenverlag aus Hamburg angeschrieben – die bringen den Krimi in Blindenschrift raus, kostenlos für sehbehinderte Menschen. Dann kam ein Hörbuchverlag aus Berlin und Leipzig dazu, und jetzt streckt sogar eine Filmemacherin die Fühler aus.
Es gibt den Bullen von Tölz, die Rosenheim-Cops – aber keinen einzigen verfilmten Tegernsee-Krimi. An Ideen fehlt’s mir jedenfalls nicht, eher an Zeit: Der zweite Band liegt schon beim Verlag, spielt in Miesbach, ums Haberfeldtreiben, um Chemiekonzerne und Schönheitskliniken; der dritte spielt in Hausham, ums Bergwerk. Die Reihe heißt „Mordsmiesbach“, weil mein Kommissar Bene Mayhammer im ganzen Landkreis ermittelt.
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