Drei Fragen an den Unternehmer Walter Gunz: „Lieber versuchen als zuschauen“
Ein Millionär will einen gestrandeten Wal retten – und widerspricht damit Politik und Gutachtern. Warum Walter Gunz, Mediamarkt-Mitgründer, trotz Rückschlägen nicht aufgibt und weshalb für ihn eine Frage im Mittelpunkt steht: versuchen oder zuschauen. Wir erreichen ihn per Telefon. Gunz lebt abwechselnd in Marrakesch und Rottach-Egern.
Von: Redaktion| Veröffentlicht am 12. April 2026

Herr Gunz, viele halten die Rettung für aussichtslos. Warum kämpfen Sie weiter?
Walter Gunz: Weil ich nicht glaube, dass man nach wenigen Tagen sagen kann: Das war’s. Wir versuchen gerade eine zweite Klage – mit einem anderen Gutachten und einem konkreten Rettungsplan. Vielleicht scheitern wir, das kann ich nicht ausschließen. Aber einfach zu akzeptieren, dass das Tier stirbt, ohne es ernsthaft versucht zu haben, kommt für mich nicht infrage.
Sie investieren enorm viel Zeit und Energie. Was steckt dahinter?
Walter Gunz: Das Thema begleitet mich seit Jahrzehnten. Ich unterstütze Tierschutzprojekte und habe immer gesagt: Wenn es um Leben geht, muss man handeln. In diesem Fall gibt es widersprüchliche Einschätzungen. Offiziell heißt es, der Wal sei nicht zu retten. Gleichzeitig gibt es Fachleute, die das anders sehen. Ich bin kein Experte – aber ich finde, man sollte zumindest prüfen, ob eine Rettung möglich ist, statt sich früh festzulegen.
Sie stellen sich damit auch gegen politische Entscheidungen. Was werfen Sie den Verantwortlichen vor?
Walter Gunz: Ich habe Verständnis dafür, dass Politik vorsichtig ist. Aber manchmal wird aus Vorsicht Stillstand. Es gibt keine absolute Sicherheit – in keiner Entscheidung. Wenn man jedes Risiko vermeiden will, bewegt man am Ende nichts. Für mich ist die entscheidende Frage: Will man es versuchen oder nicht? Ich bin klar auf der Seite derjenigen, die sagen: Lieber versuchen als zuschauen.
Danke für das Gespräch!
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